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Bellanca

Bellanca

Das Original
Bereits im Jahr 1946 wurde die Bellanca im Original von der Aeronca Manufacturing Company als Alternative zu der Piper J-3 Cub hergestellt. Bis zum Jahr 1951 wurden von diversen Baureihen bereits über 10.000 Flugzeuge hergestellt. Die Ursprungstypen waren nur mit einem 65 PS Motor ausgestattet, was sich jedoch im Laufe der Jahre bis zum 150 PS Lycoming Motor erhöhte.

Dies gilt auch für die Spannweite von ehemals 9,75 Meter, die in den 70er Jahren auf 10,50 Meter vergrößert wurde. Insgesamt wurden weit über 20.000 Maschinen verkauft und damit zählt die Bellanca mit zu den erfolgreichsten Konstruktionen dieser Art.


Das Modell
ist ein vorbildähnlicher Nachbau der bekannten Bellanca 7 Citabria. Es wurde dabei auf optimale Praxistauglichkeit geachtet. Deshalb ist der Rumpf leicht verlängert worden, was sich positiv in den Flugeigenschaften, wie z.B. beim Seglerschlepp auswirkt.

Sowohl die Rumpfzelle wie auch Tragflächen und Leitwerke werden perfekt in Holz-Lasertechnik gefertigt. Die komplette Bespannung ist in Original Oracover Folie ausgeführt. Das stabile Fahrwerk und die perfekte Flächenverstrebung sind nicht nur zweckmäßig sondern runden das schöne Erscheinungsbild ab. Die GFK Motorhaube und die Radschuhe sind bereits einbaufertig lackiert. Im Rumpfboden befindet sich ein Schacht für die Aufnahme des Expansionsschalldämpfers. Die Schleppkupplung, in stabiler Aluminium Ausführung, ist serienmäßig eingebaut. Alle Ruder sind einbaufertig und müssen nur noch anscharniert werden. Beschlagteile und Räder liegen dem Modell bei.

Technische Daten des Modells:
- Spannweite: 2,40 Meter
- Länge: 1,82 Meter
- Gewicht: 8,8 kg
- Tank: Benzin 1 Liter
- Schwerpunkt bei 120 mm, genau Mitte des Steckungsrohres

Technische Daten des Motors:
- Typ RCGF 65 ccm
- 4,2 kw
- 1.835 Gramm
- Walbro Vergaser

Steuerung über:
- Quer-, Höhen-, und Seitenruder
- Landeklappen
- Motor
- Schleppkupplung

verwendete RC-Komponenten:
- Seitenruder: Robbe/Futaba S 3050
- Höhenruder: 2 x Robbe/Futaba S 3050
- Querruder je Fläche: 2 x Robbe/Futaba S 3050
- Landeklappen je Fläche: 2 x Robbe/Futaba S 3050
- Motor: Robbe/Futaba S 3050
- Schleppkupplung: Robbe/Futaba S 3050
- Empfänger: Robbe/Futaba R6014 FS 2,4 GHz FASST
- Empfängerakku: Robbe 5 Zellen NiMH 3500 mAh
- Akku für die Zündung: Robbe 4 Zellen NiMH 2500 mAh




 

Bellanca

Testbericht: Bellanca

Im Neuheitenheft 2010 stellt die Robbe Modellsport GmbH die Bellanca 7 Citabria vor. Wahlweise gibt es das Modell mit und ohne Motorset.

Wer den Bausatz im Fachhandel ordert, bekommt einen großen Karton mit Farbfotos. Öffnet man den Baukasten, kommt, wie nicht anders aus dem Hause Robbe gewohnt, ein sauber verpackter Bausatz, sortiert in mehreren Tüten nach Baugruppen inklusive mehrsprachiger Bauanleitung zum Vorschein. Alle Teile sind bereits fertig gebügelt. Es ist lediglich die Endmontage aller Baugruppen sowie der Einbau der Elektronik selbst vorzunehmen. Das erste Erscheinungsbild ist prima und der Vorfertigungsgrad sehr hoch und vor allem sehr gut ausgeführt!

Also Tüten auf und frisch ans Werk!





1 Bauabschnitt

Zu Beginn müssen die Landeklappen und Querruder an die Tragflächen anscharniert werden. Die dafür benötigten Stiftscharniere sind natürlich im Bausatz enthalten. Für die Verklebung verwendet man am besten ein lang abbindendes Epoxiharz. Bei mir wird dazu immer das luftfahrtzugelassene Harz von Lange und Ritter L285 verwendet. Dieses wird mit Leichtfüllstoff Q-Cel (Mikrohohlglaskugeln; zur Herstellung von Klebe- und Spachtelmassen mit niedriger Dichte) angedickt. Zuerst werden die Scharniere in der Fläche eingeklebt und gegen Festkleben im Gelenk mit etwas Öl benetzt. Nach dem Aushärten werden dann im zweiten Arbeitsgang die Ruder an die Scharniere geklebt und natürlich wieder eingeölt. Anschließend werden die Servos in die freigelegten Schächte eingesetzt. Um die Kabel besser durch die Fläche zu bekommen sind kleine Fäden in den Tragflächen, die mit Tesa-Krepp gesichert sind. Ein Kinderspiel und die Servos und Kabel sind drin, bzw. durch die Tragfläche gezogen. Zum Abschluss wurden die Anlenkungen der Ruder erstellt. Damit man beim Aufbauen auf dem Platz nicht zu viel Kabelsalat hat, wurden für die zwei Servos jeder Tragfläche Multiplexstecker mit Nessel Einbaubuchsen verwendet.





2 Bauabschnitt

Als nächstes kommt das Leitwerk an die Reihe. Dafür wird an den Klebestellen die Folie entfernt und alles probehalber zusammengesteckt. Passt außerordentlich gut. Auch hier werden, wie bei den Tragflächen, die Stiftscharniere an die Leitwerke geklebt, diesmal jedoch noch nicht die Ruder! Diese werden erst nach dem Verkleben des Leitwerkes auf dem Rumpf an die Reihe kommen. Damit man das Leitwerk fluchtend zu den Tragflächen ausrichten kann, kommt als Nächstes direkt der Rumpf an die Reihe.





3 Bauabschnitt

Zuerst werden die Laschen für die Befestigung der Tragflächenstreben am Rumpf befestigt. Dies ist wirklich eine Minutenmontage, da im Rumpf dafür Einschlagmuttern eingearbeitet sind. Damit sich hier später nichts losvibrieren kann, verwende ich dazu immer einen kleinen Tropfen Schraubensicherung. Nun wird an allen Durchbrüchen für die Servos etc. die Folie mit einem scharfen Messer entfernt. Damit man das Leitwerk gut ausrichten kann, sollte die Bella auf den Füßen stehen. Also Fahrwerksmontage: Das Hauptfahrwerk besteht aus einem weiß lackiertem Alu-Fahrwerk, Rädern, lackierten Radschuhen und einer Holz-Rumpfverkleidung. Was soll ich sagen, ich wollte an dem Abend eigentlich schon zu Bett gehen, wollte die Bella aber auch noch auf den Füßen sehen und 10 Minuten später war es erledigt. Zunächst montiert man die Achsen mit Stoppmuttern, dann die Räder mit Stellringen, schiebt den Radschuh drüber, der mit 2 Schrauben am Aluträger befestigt wird. Dafür sind im Radschuh wieder Einschlagmuttern eingearbeitet (Schraubensicherung nicht vergessen). Zum Abschluss die sechs Schrauben durch die Fahrwerksträger in den Rumpf geschraubt, auch wieder Einschlagmuttern eingearbeitet – Fertig! Von dieser Passgenauigkeit war ich echt überrascht! Also wurde auch noch direkt der Kohlefasersporn montiert und mit 2 Schrauben unter dem Holzheck befestigt.





4 Bauabschnitt

Damit bei meiner Bella die Leitwerke zur Fläche fluchten, wurde nun alles probeweise zusammengesteckt. Da das Ganze auf Anhieb passte, wurde das Leitwerk mit Ponal zusammengeleimt und fixiert, damit es über Nacht gut aushärten kann. Am nächsten Tag wurden dann die Höhen- und Seitenruder mit Harz verklebt und die Ruderhörner montiert. Da ich beim Einbau der Elektronik seit meinen Helizeiten sehr gewissenhaft bin, wurden alle Kabel in einen schwarzen Spiralschlauch von Conrad eingewickelt. Erstens sieht das gut aus und zweitens sichert der Schlauch gegen Vibration und blanke Kabelstellen. Klingt komisch, ist aber so. Muss man nicht machen, finde ich aber richtig. Dann wurden die zwei Servos für die Höhenruder im Rumpf montiert, die Kabel durch die Spanten nach vorne geführt und die Ruderanlenkungen erstellt. Zum Abschuss wurden die Leitwerksstreben aus Kohlefaser mit den Gewindestiften und die Befestigungslaschen in die Leitwerke geklebt (wieder mit Luftfahrtharz). Dafür sollte man die Laschen mit einem groben Schmirgelleinen, bei mir 60er, aufrauhen. Die beigefügten Gabelköpfe, mit leider minderer Qualität, wurden bei mir für die Endmontage der Leitwerksstreben nicht verwendet, sondern gegen original Robbe Best. Nr. 6133 ausgetauscht.





5 Bauabschnitt

Nun geht es an den Antrieb. Dafür wurde aus dem Motorset zuerst das zusätzliche Sperrholzbrett für den Alutankstutzen eingeleimt und dieser anschließend montiert. Das Motorset beinhaltet wirklich alles und, was soll ich sagen, ließ sich genauso einfach montieren wie das Fahrwerk. Im Motorspant sind wieder Einschlagmuttern eingearbeitet, die im Rumpf mit Tesa-Krepp abgeklebt sind, weil der gesamte vordere Spantenaufbau des Rumpfes mit Harz ausgestrichen ist. Phantastisch kann ich nur sagen, denn so weicht nichts durch Sprit auf. Am Schalldämpfer wurde der Silikonschlauch mit beiliegendem Draht befestigt und in den bereits eingebauten GFK-Tunnel geschoben. Der Motor wurde mit den Stehbolzen festgeschraubt, der Krümmer samt Dichtung befestigt sowie die Verbindung zwischen Krümmer und Schalldämpfer mit Teflonschlauch und Federklammern hergestellt. Anschließend wurde die Vergaseranlenkung erstellt und die Zündung montiert. Auch hier wurden alle Kabel wieder mit Spiralschlauch und Kabelbindern gesichert. Um die Motorhaube anzupassen muss man etwas messen und tüfteln, damit die Durchbrüche an der richtigen Stelle sitzen. Dafür bleibt die Zündkerze am besten zunächst draußen und auch der Krümmer sollte wieder abgeschraubt werden. Dann montiert man zunächst die Haube am Rumpf fluchtend zum Spinner und erstellt nach und nach die Durchbrüche für die Düsennadeln, den Zündkerzenstecker und den Krümmer, der leider bei diesem großen Motor nicht unter der Haube ist. Für den Durchbruch am Krümmer zeichnet man sich den Verlauf am besten mit einem langen Lineal auf den Rumpf, um dann anschließend die genaue Position auf der Haube anzuzeichnen.





6 Bauabschnitt

Bevor die Kabine geschlossen, also die Fenster eingeklebt werden können, befestigt man zuerst die beigefügte Alu-Schleppkupplung, das Servo und erstellt die Anlenkung. Nun werden der Empfänger, die Akkus und die Schalter für Empfänger und Zündung im Rumpf eingebaut. Da bei mir Digitalservos vom Typ S 3050 verbaut wurden, die 6 Volt tauglich sind, kommt zusätzlich ein 6 Volt Limiter-LiPo Best. Nr. 8476 zum Einsatz, der konstant 5,7 Volt Spannung aus einem 5 zelligen Empfängerakku liefert. Es folgt der Einbau des Seitenruderservos und die Herstellung der Anlenkung mittels der beigefügten Seile und Quetschhülsen. Nach dem sorgfältigen Verlegen aller Kabel kommt der Tank an die Reihe. Da meine Bella zum Schleppen benutzt werden soll, wurde der beigefügte Tank nicht verwendet. Stattdessen wurde ein 1 Liter PET-Tank mit Filzpendel (Best. Nr. 4154) und ein Tankbeschlagsatz für PET-Falschen von Dirk Friede verbaut.
Nun kann die Kabine geschlossen werden. Dafür wurden die tiefgezogenen Fenster passend geschnitten und mit 60er Schmirgelleinen an den Klebekanten aufgeraut. Wie bei den Scharnieren, wurden die Fenster mit angedicktem Harz in den Rumpf, die Türen und den Deckel eingeklebt. Zur Fixierung bis das Harz ausgehärtet ist, eignen sich dafür am besten starke Neodymmagnete. Zu guter Letzt wurde die fertig zugeschnittene und an den Kanten bereits in Modellfarbe lackierte Frontscheibe mittels Schrauben befestigt.





7 Bauabschnitt

Nun erfolgt die Endmontage des Modells. Zunächst habe ich auf die Wurzelrippen der Tragflächen einen streifen selbstklebenden Schaumstoff aufgeklebt, damit die Tragflächen am Rumpf nicht vibrieren können. Dann wird das schwarz eloxierte Steckungsrohr durch den Rumpf geschoben, die Flächen aufgesteckt und am Rumpf festgeschraubt. Da nun alles exakt sitzt montiert man am besten erst jetzt die kompletten Tragflächenstreben. Damit die weiß lackierten Aluminiumstreben nicht an einander kommen, vibrieren und dadurch zerkratzen, montiert man die dicke, vordere Strebe oben auf der Rumpflasche und die dünnere, hintere Strebe unter der Rumpflasche und erweitert den Abstand der beiden Streben noch durch ein paar Unterlegscheiben. Das anschließende Auswiegen bei der von mir gewählten Positionierung aller Komponenten ergab einen Schwerpunkt bei 120mm von der Nasenleiste gemessen, also 10 mm kopflastiger, als in der Werksangabe (130 mm) und damit genau auf der Steckung. Für die Programmierung der Servowege wurden die Standardwege der Anlage auf 100 % bei allen Rudern gelassen, außer beim Gaskanal. Hier musste der Weg aufgrund des kleinen Anlenkhebels am Vergaser verkleinert werden. Zur Sicherung der oberen Dachverglasung sollte man zu den ab Werk eingebauten Magneten zusätzlich noch eine Schraube anbringen, da sich diese Dachverglasung aufgrund der Rumpfform gerne im Flug selbständig macht! Zu guter Letzt wurden Propeller und Spinner montiert, der an den Propellerausschnitten geringfügig nachgearbeitet werden musste. FERTIG!





Einfliegen

Der Tag der Entscheidung auf dem Flugplatz rückte näher, und meine neue Bellanca wurde ihrem Element übergeben. Der Motor wurde gestartet und ich rollte zur Startbahn. Vor jedem Flug sollte man sich dazu einen Rudercheck auf Funktionalität angewöhnen, wie in der manntragenden Fliegerei. Eine Überprüfung der Ruder auf: „Bewegt sich“ bringt letztlich gar nichts und hat bei uns am Platz durch ein verkehrt laufendes Querruder zu einem 6 Sekundenflug einer neuen 2,80 Meter YAK geführt. Ganz getreu dem Motto: Los, Stopp, Schade. Sicherheit sollte hier immer vorgehen.
Mit Vollgas wurde auf Höhe gegangen – problemlos und gerade. Im Langsamflug wurde das Abrissverhalten getestet, absolut unkritisch. Mit gesetzten Klappen muss man zwar bei größerer Fahrt zunächst etwas drücken, aber bei leichtem Gegenwind und Landegeschwindigkeit steht die Bella fast in der Luft. Also „Leinen los“ zum Schleppen. Auch hier ist die Robbe Bellanca absolut spitze und leistet gute Dienste. Modelle bis 10kg und 5 Meter Spannweite schleppt die Bella spielend.





Fazit

Der Bausatz der Bellanca aus dem Hause Robbe Modellsport zeichnet sich durch Qualität und Passgenauigkeit aus. Alle Teile sind sehr gut verarbeitet und lassen sich auch von einem ungeübten Modellbauer gut zusammenfügen. Der beigefügte Motor läuft erstaunlich gut und hoffentlich lange zuverlässig. Wer also keine Lust und Zeit hat selbst viele Stunden in das Zusammenkleben von viel Holz zu stecken, ist hier bestens beraten und erhält nach ca. 20 bis 30 Stunden Arbeit eine Scale-Schleppmaschine für jede Gelegenheit.



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